Gewinnung und Aufbereitung von Sand und Kies

Gesteinskörnungen sind die mit am häufigsten verwendeten Baumaterialien und wirken im Hoch- und Tiefbau als Traggerüst von Bauwerken. Man unterscheidet zwei Gruppen: Schotter / Splitte und Sand / Kies.

Schotter und Splitte

Hierbei handelt es sich um gebrochenes (scharfkantiges), natürliches Gesteinsmaterial magmatischen Ursprungs. Das Rohmaterial wird in Steinbrüchen durch Bohren und Sprengen gewonnen und mechanisch in sog. Brechern auf die verschiedenen Fraktionen (Größe der Gesteinskörnung) zerkleinert.

  1. Gewinnung im Steinbruch und Transport zur Aufbereitungsanlage: Als Ausgangsmaterialien für gebrochene Gesteinskörnungen dienen in erster Linie Hartgesteine wie Granit, Basalt, Gneiss, Grauwacke und Kalkstein. Die Gewinnung erfolgt durch Bohren und Sprengen. Zur Veredelung wird das Rohmaterial im Anschluss mit Baggern auf Muldenkipper verladen und zur ersten Brechstufe, der sog. Vorbrechung, auf eine Rohmaterialhalde in der Nähe der Aufbereitungsanlage transportiert.
  2. Zerkleinerung in der Brecher-Anlage: Die Zerkleinerung der im Steinbruch gewonnenen Gesteinsbrocken erfolgt in „Brechern“. Je nach gewünschter Größe der Zuschläge (Schotter, Splitte, Brechsande) durchläuft das Rohmaterial nacheinander mehrere Brecher (z.B. Backenbrecher, Kegelbrecher, etc.), bis die gewünschte Korngröße und Kornform erreicht ist.
  3. Aufbereitung des gebrochenen Hartgesteins: Eine Trennung der unterschiedlichen Fraktionen erfolgt zwischen den einzelnen Brechstufen durch Siebmaschinen. Für besondere Anforderungen kann der Brechsand zum Entfernen der Fein- und Feinstanteile zusätzlich gewaschen werden. Das Prozesswasser wird in Absetzbecken eingeleitet, in dem sich die gelösten Feinanteile dann wieder absetzen, so dass das Wasser erneut verwendet werden kann. Die aufbereiteten Endprodukte werden im Anschluss entweder in Silos zwischengelagert oder zu Freihalden aufgeschüttet.
Sand und Kies
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  1. Gewinnung im Nassabbau: Der Nassabbau kommt zum Einsatz, wenn das Rohstoffvorkommen oberhalb der Grundwasserlinie schon abgebaut ist, die Gewinnung direkt aus Flussläufen erfolgt oder aber das Vorkommen unterhalb der Grundwasserlinie erst ansteht. Dieses Rohmaterial wird entweder durch Schrapper, Tiefgreifer oder Saugbagger gewonnen und über (teilweise schwimmende) Transportbänder, Rohrleitungen oder Schiffe zum Ufer transportiert. Von hier gelangt das Rohmaterial über Landbänder zu einem Rohkieslager in der Nähe der Aufbereitungsanlage.

  2. Gewinnung im Trockenabbau: Bei der Trockengewinnung wird das über der Grundwasserlinie liegende Rohmaterial durch Bagger oder Radlader aufgenommen und über Transporteinrichtungen (LKW, Transportbänder) einem Rohkieslager zugeführt. Von dort erfolgt der Weitertransport zur Aufbereitungsanlage über Transportbänder.
  3. Aufbereitung: Nach einer Grobabsiebung (> 32 mm) wird das Material gewaschen, so dass Ton- und Lehmbestand- teile gelöst und ausgespült werden. Das benötigte Prozesswasser wird anschließend zur Trennung der Feinanteile dem Absetzbecken zugeführt, so dass es erneut verwendet werden kann. Nach dem Waschvorgang erfolgt die Klassierung je nach gewünschter Korngröße (z.B. 0/2, 2/8, 8/16, 16/32 mm) durch Siebanlagen. Die unterschiedlichen Fraktionen werden anschließend entweder in Silos eingelagert oder Freihalden aufgeschüttet.
  4. Lagerung und Logistik: Bis zum Verkauf lagert das aufbereitete und nach Korngrößen sortierte Material versandfertig in Silos, Halden oder Freilagern der Kieswerke. Je nach Bedarf kann so die gewünschte Zusammensetzung mit Schiffen, Güterzügen oder LKWs zum Endkunden transportiert werden.
MDR zu Gast bei Heidelberger Sand und Kies Niederlehme.
Hier kommt er her, der Sand aus dem Skulpturenträume werden. Niederlehme in Brandenburg. Eigentlich eine ganz gewöhnliche Sandgrube. Doch es gibt hier Schichten im Sand, die ihn für Sandkünstler wertvoll machen. Einen tollen Bericht dazu finden Sie auch unter

context-online.

Sand ist das Gestein des Jahres 2016!
Dies entschied ein Expertengremium aus Geowissenschaftlern und ihre Entscheidung ist berechtigt. Sand ist nicht nur ein wichtiger Faktor in der Landschaftsausbildung und der Grundwasserspeicherung. Mit seinem breiten Einsatzspektrum ist er als Rohstoff ebenfalls von großer wirtschaftlicher Bedeutung und findet branchenübergreifend Anwendung. Folgendes Video veranschaulicht, die Förderung und Aufbereitung des Rohstoffs durch Heidelberger Sand und Kies am Standort Neukloster und gibt zusätzlich Aufschluss über den verantwortungsvollen und  schonenden Umgang mit den Ressourcen.