Filme zum QLA

Fünf Projekte - Fünf Filme – Fünf Ideen zur Förderung der Artenvielfalt

Die deutschen TOP-5- Projekte haben in der dritten Ausgabe des Quarry Life Award 2016 fünf spannende Projekte umgesetzt. Welche Ideen dahinter stecken und wie die Beteiligten diese umgesetzt haben, stellen wir in den fünf Kurzfilmen vor.
Dem Barcode des Lebens auf der Spur


DNA von Menschen und Tieren kennen wir als Träger der Erbinformation. Barcodes erinnern uns an Strichcodes z.B. auf Lebensmitteln. Was hat es also mit einem DANN Barcoding im Steinbruch auf sich? DNA Barcoding ist eine Methode, um mittels DNA Sequenzierung Organismen zu identifizieren und deren Verwandtschaftsgrad zu bestimmen. Molekularbiologe Dr. Philipp Gebhardt und sein Team vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) setzten diese Methode ein, um die Artenvielfalt von Pflanzen im renaturierten Teil des Steinbruches Nußloch zu bestimmen. Unterstützung bekamen Sie dabei von Biologielehrer Frank Luft und seinen Schülerninnen und Schülern des Biotechnologischen Gymnasiums der Marie-Baum-Schule in Heidelberg.

Im Fokus der „DNA-Jäger“ lag jedoch nicht irgendein Teil des Steinbruchs, sondern derjenige, indem der Erstabbau in der Kelten- und Römerzeit betrieben wurde. Durch den damaligen Erzabbau sind hier natürliche Schwermetallhalden entstanden, die eine sehr spezifische ökologische Nische bilden. Dort können nur Pflanzen wachsen, die sich den entsprechenden Bedingungen angepasst haben. Doch was macht diese Pflanzen so besonders? Kann dadurch die Neugier von technisch Interessierten an Biodiversitätsthemen geweckt werden?

Was hinter dem DNA Barcoding steckt, wie die Schülerinnen und Schüler eingebunden wurden und welche Ziele das Projekt hat, sehen Sie in unserem nächsten Kurzfilm.

Schüler und suchtkranke Menschen gemeinsam für die Artenvielfalt

Dieses Projekt auf dem Gelände des Werks Elster-Kies der Heidelberger Sand und Kies GmbH verlangt einem in zweierlei Hinsicht Respekt ab: Zum einen haben sich die Schüler der ersten bis vierten Klasse der „Evangelischen Grundschule Holzdorf“ mit der Notwendigkeit der Artenvielfalt auseinandergesetzt. Zum anderen haben Sie dabei die Bewohner eines Wohnheims für suchtkranke Menschen aktiv mit eingebunden.

Unter der Koordination von Lehrerin Elisabeth von Campenhausen und Werkleiter Marcus Leonhardt säten die Kinder nahe der ehemaligen Kiesgrube Dixförda Wildblumenwiesen, pflanzten Bäume und errichteten ein Insektenhotel. Auf diese Weise setzten sich die Schüler mit der Bedrohung vieler Wildbienenarten sowie ihrer Abhängigkeit vom vorhandenen Nahrungsangebot auseinander. Die Bewohner des Wohnheims für suchtkranke Männer und Frauen der HEPORÖ gGmbH in Zemnik übernahmen dabei Aufgaben, welche die Grundschule nicht leisten konnte: Sie planten mit den Schülern gemeinsam den äußeren Rahmen des Insektenhotels und übernahmen die Tischlerarbeiten sowie teilweise die Aufstellung vor Ort.

Auf diese Weise haben die Grundschüler eine Gruppe von Menschen als wichtige und hilfreiche Partner erlebt, die in der Gesellschaft oft als Belastung empfunden werden. Gleichzeitig erfuhren sich die suchtkranken Menschen als wichtige Glieder der Gesellschaft, die durch die Unterstützung der Schüler zum Erfolg des Projekts wesentlich beigetragen haben.

Wie die Zusammenarbeit vor Ort  entstanden und gelaufen ist, zeigt der nächste Kurzfilm.

Schillernde Flieger auf Erfolgskurs



Schillernde Flieger auf Erfolgskurs

Der Bienenfresser gehört zweifelsohne zu den farbenprächtigsten Erscheinungen unserer heimischen Vogelwelt - nur leider zählt er auch zu den sehr seltenen Brutvögeln Baden-Württembergs.

Zu den vier bisher bekannten Brutgebieten des bunten Vogels gehören neben dem Kaiserstuhl, den Landkreisen Heidenheim und Sigmaringen, auch der nördliche Kraichgau. Hier liegt das Herzstück des Brutgebietes im Steinbruch Nußloch. Projektteilnehmerin Gisela Krewing-Rambausek bringt es im Film auf den Punkt: „Wenn ich Bienenfresser wäre und über den offenen Steinbruch hier fliegen würde, dann würde ich sagen `Ja, das passt`.“ Als thermophile Vogelart bewohnt der Bienenfresser vor allem offene, warme Kulturlandschaften mit trockenen Abbruchkanten an Fließgewässern oder Abbaustätten, die er zur Anlage seiner Brutröhren nutzt.

Im Rahmen des Projektes „Schillernde Flieger auf Erfolgskurs – Bienenfresser erobern den Steinbruch Nußloch“ haben die NABU-Mitglieder Gerd Wettstein, Gisela Krewing-Rambausek, Tobias Lepp, Johannes Baust und Jens Weilacher den aktuellen Bestand im Steinbruch Nußloch analysiert, um daraus - in Einbezug aller interner und externer Beteiligten - ein praxisorientiertes Schutzkonzept zu erarbeiten. Wir haben die Gruppe an einem Tag mit der Kamera beteiligt und die schillernden Flieger festgehalten…
 

Reptilien im Steinbruch

Im Steinbruch Burglengenfeld, genau wie in anderen Abbaustätten, muss die Vegetation für den Abbau zurückgedrängt werden.  Sowohl Totholz oder Geröll wie auch eine  Verbuschung werden dabei oft als „Störfaktor“ betrachtet. Regelmäßig müssen deshalb Pflegeschnitte durchgeführt und im Weg liegendes Material aufgeräumt und beseitigt werden. Dabei können diese Materialien durchaus auch einen Mehrwehrt für die Natur bringen.

Sandra Pschonny und Sabrina Behrendt von der Technischen Universität München griffen genau diesen Punkt auf und entwickelten aus dem abfallorientierten Ansatz  einen nutzenorientierten Ansatz. Die vorhandenen „Störfaktoren“ sollten gezielt für den bereits renaturierten Teil des Steinbruchs genutzt werden, um die von Reptilien bevorzugten Lebensräume zu verbessern. Reptilien im Steinbruch?

Ja…Schlingnattern, Ringelnattern oder auch Waldeidechsen und Blindschleichen wurden bis dato bereits im Steinbruch gesichtet. Sie alle fühlen sich in einer Mischung aus besonnten und geschützten, schattigen Stellen am wohlsten. Doch um aus den bereits vorhandenen Materialien diese Reptilien-Infrastruktur in einem Steinbruch zu erschaffen, benötigt man schweres Gerät. Wie das Team diese Aufgabe zusammen mit den Mitarbeitern des Zementwerks Burglengenfeld angegangen ist, sehen Sie in unserem nächsten Kurzfilm…

Swimmingpools für Gelbbauchunken


Zwischen der HeidelbergCement AG und dem NABU (Naturschutzbund Deutschland) besteht bereits eine langjährige Zusammenarbeit. Ein Schwerpunkt davon ist der Schutz der Gelbbauchunke, die in Deutschland unter strengem Naturschutz und auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren viele neue Kleingewässer erfolgreich angelegt wurden, steht dieses Quarry Life Award-Projekt im Fokus einer anderen Methode zur Förderung der Gelbbauchunken-Population. Von HeidelbergCement wurden kleine Beton-Becken gegossen und im renaturierten Teil des Steinbruches Nußloch an verschiedenen Stellen in den Boden eingelassen. Sie dienen als künstliche Laichgewässer für die Gelbbauchunke. Die Projektgruppe erforscht die Besiedlung der Beton-Kleingewässer und stellt vergleichende Untersuchungen an bestehenden Tümpeln an.

Unter der Federführung von Diplom-Biologin Christiane Kranz (NABU Leimen-Nußloch) und Dr. Ulrich Schneider (Zementwerkleiter Leimen, HeidelbergCement AG) wird die Kindergruppe des NABU Leimen-Nußloch mit 7 Teilnehmern im Alter von 6-9 Jahren aktiv in die Erforschung einbezogen. Somit werden die Kinder für den sorgsamen Umgang mit der Natur sensibilisiert und dienen als Multiplikatoren für den Naturschutz. Mehr dazu sehen Sie in folgendem Kurzfilm…

 

Viktoria Lasarenko

Koordinatorin Quarry Life Award Deutschland
Tel.: 
06221 481-39506