Die EU-weit streng geschützte Gelbbauchunke soll in kleinen Tümpeln im Steinbruch ein neues Zuhause finden.

Naturschutzprojekt im Steinbruch Wetzlar

Hessische Umweltministerin lobt vorbildliche Zusammenarbeit

Um eine Wiederansiedlung der stark gefährdeten Gelbbauchunke in Hessen zu ermöglichen,  hat die Heidelberger Sand und Kies GmbH mit dem NABU Hessen eine Projektkooperation für den Steinbruch Malapertus in Wetzlar abgeschlossen. 

Zum Start des Projektes „Neue Heimat für Gelbbauchunken“ kam extra die hessische Umweltministerin Priska Hinz in den Steinbruch, um zusammen mit Dominik Heinz, NABU Hessen, und Thomas Wittmann, Geschäftsführer Heidelberger Sand & Kies, die ersten elf Gelbbauchunken auszusetzen. Insgesamt sollen rund 1.000 Jungtiere nach und nach in den Steinbruch gesetzt werden, um einen stabilen Bestand zu begründen. Im Rahmen der langfristigen Kooperation legt die Heidelberger Sand und Kies GmbH dafür regelmäßig neue Kleingewässer an und pflegt sie. Thomas Wittmann: „Hier zeigt sich, dass das zunächst unmöglich scheinende bei gutem Willen aller Beteiligten doch möglich ist - nämlich die Ziele wirtschaftlichen Erfolgs mit den Zielen des Umwelt- und Naturschutzes und der Bergaufsicht unter einen Hut zu bringen. Dadurch haben wir eine Win-win-win-Situation für alle Beteiligten.“ Umweltministerin Priska Hinz machte deutlich: „Mit der Wiederansiedlung der Gelbbauchunke wird ein wichtiger Beitrag zum Amphibienschutz geleistet. Dieses Projekt ist daher vorbildhaft für die Zusammenarbeit von Naturschutz und Unternehmen und stellt eine große Hilfe für den Schutz und die Erhaltung der Art dar“.
 
Zusammen mit Ehrenamtlichen des NABU Hessen setzten Umweltministerin Priska Hinz (5.v.r.), Dominik Heinz vom NABU Hessen (7.v.r.) und Thomas Wittmann (3.v.r.), Geschäftsführer Sand und Kies GmbH, die ersten Gelbbauchunken im Steinbruch Malapertus aus.
Die EU-weit streng geschützte Gelbbauchunke, von der es in Hessen nur noch wenige Exemplare gibt, soll so in kleinen Tümpeln im Steinbruch ein neues Zuhause finden. Hartmut Mai, NABU-Landesgeschäftsführer erläutert: „Steinbrüche bieten einen idealen Ersatz-Lebensraum für die Gelbbauchunke, weil dort immer wieder kleine Wasserflächen entstehen, in denen sich Kaulquappen entwickeln können.“ Ursprünglich ist die seltene Amphibienart Bewohner von natürlichen Bach- und Flussauen, in denen kleine Tümpel immer wieder neu entstehen. In den seichten Wasserstellen können sich die Kaulquappen ungestört entwickeln, weil dort keine Fressfeinde wie Fische oder Libellenlarven lauern. Doch da es immer weniger natürliche Bäche und Flüsse mit typischer Auendynamik gibt, ist die Gelbbauchunke auf Ersatzlebensräume in Steinbrüchen sowie Lehm- und Kiesgruben angewiesen. 

Vanessa Menrath

Koordinatorin Quarry Life Award Deutschland