Renaturierter Steinbruch Mainz

Erholung und Naturschutz

Über hundert Jahre lang diente der Steinbruch Mainz Weisenau der Gewinnung von Kalkstein für die Zementproduktion. Bereits nach Aufgabe des älteren Teils im Jahr 1970 begann die Rekultivierungsplanung.

HeidelbergCement begann in enger Zusammenarbeit mit der eigens gegründeten Arbeitsgruppe „Rekultivierung Weisenau“ und der Stadt Mainz eine Oase der Natur zu gestalten. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Steinbruch des Weisenauer Zementwerkes in ein Rückzugsgebiet für bedrohte Pflanzen und Tiere verwandelt.

Geopfad mit Aussichtspunkt

Die Renaturierung des Steinbruchs wurde so konzipiert, dass sich die Natur in großen Bereichen ohne Einfluss des Menschen selbst entwickeln kann. Seit 2005 ist die Renaturierung abgeschlossen und das ca. 40 ha große Gelände steht den Menschen als Naherholungsgebiet zur Verfügung. Besucher können über ein ausgeschildertes, 1,5 km langes Wegesystem, dem Geopfad Weisenau, die vielfältige Naturlandschaft studieren. Der Wanderweg wurde so konzipiert, dass auf halber Strecke ein gut gesicherter Aussichtspunkt erreicht wird, der einen spektakulären Blick über die ehemalige Steinbruchlandschaft bietet. Regelmäßig werden von der Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit HeidelbergCement Führungen organisiert. 

Für die Stadt Mainz ist der ehemalige Steinbruch heute nicht nur ein wichtiger Naherholungsraum sondern auch verbindendes Naturelement zum Rhein und innerstädtischen Grünflächen. Wiesenflächen mit Streuobstbäumen wechseln sich kleinräumig mit dichten Gehölzbeständen und offenen Felswänden ab. Letztere geben dem geologisch interessierten Besucher einen interessanten Einblick in die Erdgeschichte.  Vor etwa 30 Millionen Jahren, im Verlaufe des Tertiärs kam es im Mainzer Becken zu mehreren Meeresvorstößen. An mehreren gut erreichbaren Besuchspunkten des geologischen Lehrpfades kann man sogar Muscheln und Schnecken bewundern, die damals im Brackwasser lebten. Zwölf Informationstafeln entlang des Weges beschreiben die Entstehung der im Steinbruch anstehenden Gesteine und die Geschichte des Kalkabbaus.

Artenreichtum wohin man schaut

Der Steinbruch Weisenau ist für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten bedeutend. Für einige bedrohte und gefährdete Arten bietet er einen idealen und ungestörten Lebensraum. Bestandskartierungen der Flora und Fauna des Steinbruchs im Jahr 1999 lieferten wertvolle Informationen über die ökologischen Gegebenheiten.

Bei den Kartierungen wurden 236 Pflanzenarten (darunter auch Raritäten wie z.B. Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis), Ranken Platterbse (Lathyrus aphaca) oder auch Trespen-Fuchsschwingel (Vulpia bromoides) nachgewiesen. Diese Pflanzenarten gelten nach der Roten Liste Rheinland-Pfalz als stark gefährdet oder gefährdet. Außerdem zählte man 45 Vogelarten, 13 Falterarten, 63 Wildbienenarten (davon 12 Arten, die in der Roten Liste Rheinland-Pfalz geführt werden) sowie Zauneidechsen, Erdkröten und Grünfrösche.

Auf diese Weise konnten die Anforderungen der lokalen Tier- und Pflanzenwelt bei der Wiedereingliederung des Steinbruchs in die Landschaft optimal berücksichtigt werden.
Zur Unterstützung der Renaturierung wurden fast 6.000 Bäume und Sträucher sowie 90 Obstbäume gepflanzt.

Zum Film "Naturinsel zwischen Stadt und Autobahn"
 

Dr. Ulrich Schneider

HeidelbergCement AG
Dammweg 1
55130 Mainz
Deutschland

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