Schulprojekt im Steinbruch Nußloch

Identifizierung, Pflege und Schutz ökologisch wertvoller Steinbruchbiotope

Das Leibniz-Gymnasium in Östringen arbeitet schon seit langem im Rahmen der „Kooperation Industrie und Schule (KIS)“ mit HeidelbergCement zusammen. Im Jahr 2011 wurde die Schule auf den Quarry Life Award (QLA), dem internationalen Wettbewerb von HeidelbergCement, aufmerksam und erarbeitete ein Konzept für die Teilnahme. Mit viel Eigenleistung der Schüler wurde die Planung und Durchführung des QLA-Projektes „Identifizierung, Pflege und Schutz ökologisch wertvoller Steinbruchbiotope“ umgesetzt.

Das Konzept hinter dem Projekt

Das Projekt wurde nach dem pädagogischen Konzept des handlungsorientierten Projektunterrichts gestaltet. Hierbei war die Eigenleistung der Schüler in allen Arbeitsschritten am wichtigsten. Die Schüler sollten in dem Projekt ihre sozialen, fachlichen aber auch ihre methodischen und personalen Fähigkeiten ausbauen können. Das gelingt bei außerschulischen Projekten besser als im Klassenzimmer.

Mühselige Vorarbeit - die Vorbereitung und die Theorie

Die achten Klassen, mit Schwerpunkt NwT (Naturwissenschaft-und Technikunterricht) haben im Lehrplan Rohstoffgewinnung als einen von vier Schwerpunkten. In diesem Rahmen erarbeiteten sie die geologischen, ökologischen und wirtschaftlichen Hintergründe eines Steinbruchs. Unter anderem lernten sie so, die Entstehung von Muschelkalk, die Hintergründe der Zementherstellung aber auch Aspekte der Rekultivierung/ Renaturierung kennen. Die neunten Klassen hingegen beschäftigten sich mit Wildbienen und der Herstellung eines Wildbienenhotels. Die Bestimmung von Pflanzen wurde von dem Neigungskurs Erdkunde vorbereitet. Die Ergebnisse der selbständigen Recherche von Schülergruppen wurden vor den Mitschülern präsentiert und waren später auch Teil ihrer Klassenarbeiten.

Endlich geht es los - die Anwendung in der Praxis

Ein erster Besuch des Steinbruchs Nußloch im April 2012 mit dem Werksleiter des Zementwerkes Leimen und weiteren Verantwortlichen von HeidelbergCement diente der Erkundung des Geländes. Dabei wurden auch die zu bearbeitenden Flächen festgelegt. An drei Tagen im Mai 2012 arbeiteten die Schüler in unterschiedlichen Gruppen und je nach Klasse und Vorbereitung an verschieden Bereichen. Eine Gruppe übernahm auf einer Magerwiesenfläche im Steinbruch den „Kampf“ gegen die invasive Goldrute (Solidago). Die andere Gruppe sägte die vorhandenen Robinienbäume klein oder versuchte diese durch das so genannte „Ringeln“ der Bäume zu schwächen. Dadurch wachsen die Bäume im darauffolgenden Jahr weniger stark. Alle Tätigkeiten wurden von den Schülern protokolliert. Bei einem weiteren Besuch des Steinbruchs wurden die vorhandenen Pflanzen der einzelnen Biotope bestimmt und die Arbeiten gegen Brombeeren und Walderdbeeren gestartet.

Nach der Präsentation ihrer Recherche über Wildbienen wurden dann zwei Wildbienenhotels auf der Magerwiese beim Theaterplatz aufgestellt. Dabei wurden zwei ca. 1,60 m hohe Eichenstämme versenkt und perforiert. Beim Bohren der Löcher wurde darauf geachtet, dass diese immer leicht schräg nach oben gebohrt wurden, so dass kein Regenwasser eindringen kann.

Ergebnisse der Pflanzen-Kartierung

Im ersten untersuchten Biotop fanden die Schüler u.a. Pflanzen, wie Wiesen-Labkraut (Galium mollugo), Oregano (Origanum vulgare) und auch Feld- Klee (Trifolium campreste). Das zweite Biotop war eine Schwermetallhalde; hier fanden die Schüler beispielsweise die gemeine Schafgarbe (Achiella millefolium), die weißblühende Königskerze (Verbascum lynchnitis), die Hundrose (Rosa canina) und den großer Sauer-Ampfer (Rumex acetosa).

Präsentation und Bewertung

Die gesammelten Informationen der Schüler wurden den Mitschülern und Lehrern sowie den Verantwortlichen des Quarry Life Awards Deutschland präsentiert und anschließend bewertet. Die beiden besten Präsentationen sind nun Grundlage für neue Informationstafeln im Steinbruch Nußloch. Das Projekt gewann den mit 1.500 € dotierten dritten Preis des Quarry Life Awards Deutschland. Die Arbeiten der Schüler und Lehrer in den Biotopen im Steinbruch Nußloch werden in den nächsten Jahren fortgeführt, u.a. wurden wieder Robinien und Goldrute auf der Magerwiesenfläche durch die Schüler entfernt.

Dr. Ulrich Schneider

HeidelbergCement AG
Rohrbacher Straße 95
69181 Leimen
Deutschland

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