Mähgutversuche in Burglengenfeld

Mähgutausbringung: Effektiv und naturnah

Magerrasen kalkreicher Standorte gelten als starkgefährdeter Biotoptyp, genauso wie viele für ihn typischen Tier- und Pflanzenarten. Die Mähgutausbringung gilt als eine der effektivsten Methoden zur Renaturierung und zur Förderung von Magerrasenstandorten. Die Verteilung des Mähguts auf der Fläche fördert eine zielgerichtete Ansiedlung und Entwicklung besonders schutzwürdiger Pflanzen von artenreichen Magerrasen und Hochstaudenfluren aus der unmittelbaren Umgebung.

Das Mähgut besteht aus frisch geschnittenem, ungetrocknetem Pflanzenmaterial von geeigneten Mager- und Halbtrockenrasen der Region, die als Spenderfläche dienen. Nach der Mahd im Frühsommer wird das frische Mähgut sofort abtransportiert und unverzüglich auf der gewünschten Fläche im Steinbruch ausgebracht. Die im Schnittgut vorhanden Samen fallen aus und beginnen bald zu keimen.

Mähgutversuche im Steinbruch Burglengenfeld

Magerrasen sind im nahen Umfeld des Steinbruchs kaum noch zu finden, erst in weiterer Umgebung (z.B. bei Kallmünz) treten sie noch großflächig auf. Für die meisten Pflanzenarten sind diese Entfernungen nicht zu überbrücken. Um die Ansiedlung im Steinbruch zu ermöglichen, wurde im Jahr 2002 und 2003 ein Mähgutversuch durchgeführt. Hierfür wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Mahd einer geeigneten Spenderfläche aus der Umgebung im Frühsommer zur Fruchtreife der meisten Pflanzenarten. Je nach Aufwuchs der Spenderfläche ist ein Verhältnis von 1:2 bis 1:5 zur Versuchsfläche anzusetzen.
  • Verladung und unverzüglicher Abtransport des frisch geschnittenen, angetrockneten Pflanzenmaterials.
  •  Verteilung des Mähguts auf die drei vorbereiteten Versuchsflächen im Steinbruch (Schotter, Humus, Abtragmaterial). Die im Schnittgut vorhandenen Samen fallen aus und beginnen bald zu keimen.

Schon nach kurzer Zeit siedelten sich typische Tier- und Pflanzenarten, wie Mauerpfeffer, Gewöhnlicher Wundklee und Aufrechte Trepse erfolgreich an. Diese breiteten sich anschließend sukzessive weiter aus. Im Jahre 2006 wurde eine weitere Versuchsfläche auf dem Werksgelände angelegt. Die Flächen werden regelmäßig kontrolliert und dienen als Anschauungsfläche für zukünftige Maßnahmen. Darüber hinaus wurde im Zuge des Quarry Life Awards 2012 eine Wildbienenweide im renaturierten Bereich des Steinbruchs angelegt. Auf einem Teilstück der Weide wurde Mähgut aufgetragen. Der Erfolg stellte sich schon im ersten Jahr ein. Typische Magerrasenarten konnten gefunden werden, die sich in den nächsten Jahren ausbreiten werden. Die Fläche wird regelmäßig von Studenten der TU München kartiert und kontrolliert.

Henrik Wesseling

Werkleiter Burglengenfeld
HeidelbergCement AG
Schmidmühlener Straße 30
93133 Burglengenfeld
Deutschland

Standorte

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