Tipps & Tricks für die Baustelle

Fördern und Verarbeiten
Einbringen des Betons
  • Die Fallhöhe des Betons von maximal 1,0 m ist zwingend einzuhalten, denn mit der Fallhöhe des Betons wächst die Entmischungsgefahr.
  • Den Beton möglichst in gleichmäßige dicke Schichten schütten. Richtmaß für die Schütthöhe ca. 50 cm.
  • Vor dem Anbetonieren muss die Oberfläche des älteren Betons mattfeucht sein.
  • Beim Einbau in Lagen darf das Betonieren nur so lange unterbrochen werden, wie die zuletzt eingebrachte Betonschicht noch nicht erstarrt ist, um eine gute und gleichmäßige Verbindung zwischen beiden Betonschichten zu gewährleisten.
Verdichten des Betons
  • Die Verdichtung muss auf die Konsistenz abgestimmt sein.
  • Eine Berührung der Bewehrung mit der Rüttelflasche ist zu vermeiden.
  • Einzelne Schüttlagen vernadeln/vernähen usw.
  • Nachverdichtung einplanen. Hierdurch können erfahrungsgemäß höhere Porenanteile im oberen Bauteilbereich und mögliche Setzungsrisse (meist an der Bewehrung) vermieden werden.
  • Gleiche Zeitabstände zwischen Entladen, Einbau der einzelnen Schüttlagen, Verdichtung und Nachverdichtung einhalten.
Betonieren im Winter

Beton benötigt bei +5 ºC Lagertemperatur etwa die doppelte Zeit, um die gleiche Festigkeit zu erreichen, wie ein bei +20 ºC gelagerter Beton.

Folgende Regeln sollten beim Betonieren im Winter eingehalten werden:
  • Vermeidung langer Wartezeiten auf der Baustelle.
  • Verwendung von Warmbeton.
  • Nicht auf gefrorenem Baugrund oder an gefrorenen Bauteilen betonieren.
  • Die Nachbehandlung mit Wasser ist bei Frost nicht zulässig.
  • Der Beton darf erst dann erstmals durchfrieren, wenn seine Temperatur mindestens 3 Tage +10 ºC nicht unterschritten hat oder die Druckfestigkeit fcm = 5 N/mm2 erreicht hat.
Betonieren im Sommer

Bei Frischbetontemperaturen über +20 ºC steigt die Gefahr, dass frische Betonflächen zu schnell austrocknen und es zu unplanmäßigen Rissen kommt. Der Beton muss sofort nach der Herstellung bzw. nach dem Ausschalen in geeigneter Form nachbehandelt werden. 

Weiter zu beachten sind:
  • Der junge Beton muss vor Aufheizen geschützt werden.
  • Ausreichend lange Nachbehandlung.
Temporäre Blaufärbung von Betonoberflächen

Ursache der Blaufärbung bei Betonoberflächen

Bei der Verwendung hüttensandhaltiger Zemente CEM II-S (Portlandhüttenzement) und CEM III (Hochofenzement) können vorübergehend grünlich-blaue Färbungen der frisch ausgeschalten Betonoberfläche auftreten. Diese Färbung geht aber meist schon nach wenigen Tagen in das übliche helle Grau einer Betonoberfläche über.

Aus optischen Gründen wird hüttensandhaltiger Zement gerne eingesetzt, da hiermit eine hellgraue Betonoberfläche erzielt wird. Ursache der Blaufärbung sind geringe Gehalte an Sulfiden in der Hochofenschlacke, die bei Reaktion mit Wasser (Granulation bei der Herstellung des Hüttensands, verstärkt aber bei der Hydratation des Hüttensands als Zementbestandteil) zu Calciumhydrosulfid Ca(SH)2 und zu Polysulfiden, z. B. Calciumpolysulfid CaS4, umgewandelt werden. Diese Polysulfide können unter Luftabschluss mit gelösten Metallionen (z. B. Eisen oder Mangan) zu Metallsulfiden reagieren, die eine sehr intensive grünlich-blaue Färbung haben. Dies wird dann an der frisch ausgeschalten Betonoberfläche deutlich sichtbar. Bei Luftzutritt an die Betonoberfläche oxidieren diese grünlich-blauen Metallsulfide durch den Luftsauerstoff zu farblosen Metallverbindungen (Sulfate, Sulfite), wodurch die Färbung zurückgeht.
An den Stellen der Schalung, an denen die Luft schon vor dem Ausschalen leichteren Zugang findet, wie z. B. am Rand oder im Bereich der Schalungsanker, findet diese Reaktion schon vorher statt. Hier zeigen sich entsprechend weniger Färbungen.

Weitere Hinweise:

Die Dauer des Aufhellungsprozesses – im Allgemeinen innerhalb zwei bis acht Wochen – hängt von der Dichtheit der Betonoberfläche ab. Je dichter die Randzone des Betons mit hüttensandhaltigem Zement ist, um so länger dauert die Umwandlung von Blau zu Hellgrau. Der Luftsauerstoff diffundiert schwerer ein und die Oxidation verläuft entsprechend langsamer. Diese Dichtheit ist vom Wasserzementwert der Betonzusammensetzung abhängig. Betone mit hohen Festigkeiten sind aufgrund des geringeren Wasserzementwerts dichter, wodurch der Rückgang der bläulichen Färbung auch sehr viel länger dauern kann. Bei sehr hohen Betonfestigkeiten können die Blaufärbungen auch dauerhaft sein.

Leitfäden

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Nachbehandlung

Beton ist ein robuster Baustoff, der jedoch in jugem Alter vor Umwelteinflüssen und schädigenden Beanspruchungen geschützt werden muss. Eine sofortige, sorgfältige und ausreichend lange Nachbehandlung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass der Beton die erforderliche Oberflächenqualität und Dauerhaftigkeit erreicht. 

Welchen Zweck erfüllt die Nachbehandlung?
  • Schwingungen und Erschütterungen während des Erstarrens und in der ersten Zeit des Erhärtens (36 Stunden nach Einbringen bzw. Erhärtungsbeginn des Betons) sollen vermieden werden.
  • Je geringer die relative Luftfeuchte und je größer die Windgeschwindigkeiten sind, umso schneller trocknet der Beton aus.
Wie lange sollte der Beton geschützt und nachbehandelt werden?
  • Mit der Nachbehandlung unmittelbar nach der Herstellung des oberen Wandabschlusses, der fertigen Deckenfläche bzw. des oberen Abschlusses einen Fundamentes beginnen.
  • Betonoberflächen nach Fertigstellung abdecken. HINWEIS: Zwischen Betonoberfläche und Abdeckung darf keine Zugluft entstehen.
  • Gleichartige und gleichmäßige Nachbehandlung.
  • Die Mindestdauer der Nachbehandlung liegt zwischen 1 und 15 Tagen.
Bei den unterschiedlichen Nachbehandlungsformen sind folgende Punkte zusätzlich zu beachten:
  • Belassen in der Schalung
    • Saugende Holzschalungen sind feucht zu halten
    • Stahlschalungen sind gegen Aufheizungen zu schützen
  • Abdecken mit Folien
    • Dicke der Folie mindestens 0,2 mm
    • Folie auf den noch feuchten Beton überlappend auflegen
    • Stöße müssen befestigt werden
    • Zugluft zwischen Betonoberfläche und Abdeckung verhindern
  • Aufbringen flüssiger Nachbehandlungsmittel
    • Das Aufbringen muss vollflächig und so früh wie möglich erfolgen
    • Wichtig ist ein geschlossener Sprühfilm
    • Sollte der Beton später beschichtet werden, ist ein hierfür geeignetes Nachbehandlungsmittel auszuwählen
  • Kontinuierliches Besprühen mit Wasser
    • Damit ist erst zu beginnen, wenn die Betonoberfläche ausreichend fest ist
    • Bespritzen des Betons mit starkem Wasserstrahl ist zu vermeiden
    • Bei Frost ist eine feuchte Nachbehandlung nicht erlaubt
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