Filmprojekt "Faszination Steinbruch"

Alle drei Wochen ein neuer Kurzfilm

Alle drei Wochen gibt es hier einen neuen Kurzfilm, eine neue Facette zu entdecken. Zum Abschluss der 9-teiligen Filmreihe veröffentlichen wir die beiden Dokumentarfilme „Steine, Träume und Visionen – Entdeckungen in der Urzeit Weide bei Schelklingen“ und „Steine und mehr - Geschichten aus der Zementstadt Geseke“.

Teil 1: Paradies aus zweiter Hand

Verantwortung für nachfolgende Generationen

HeidelbergCement ist sich seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt, gegenüber den Menschen und nicht zuletzt gegenüber den Pflanzen und Tieren in seinen Steinbrüchen und Kiesgruben bewusst. Abbaustätten für Kalkstein, die Basis für die Zementherstellung, oder die Förderung von Sand und Kies sind immer ein Eingriff in die Natur – ohne wenn und aber. HeidelbergCement entwickelt jedoch schon lange vor dem eigentlichen Abbau Pläne für die Folgenutzung dieser Abbaugebiete, stimmt sich mit Umwelt- und Naturschutzbehörden ab und durchläuft mehrstufige Genehmigungsprozesse, um unsere Umwelt den nachfolgenden Generationen nicht nur zu erhalten, sondern neuen Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere zu schaffen.    

Teil 2: Taurusrinder auf der Urzeitweide

„Wir nehmen zunächst mal der Natur etwas weg, weil wir an die Bodenschätze herangehen, die wir benötigen. Aber wir geben der Natur mit einem solchen Gelände wie der Urzeitweide auch wieder etwas zurück, und zwar etwas Höherwertiges als das, was wir anfangs weggenommen haben“, so Hans-Georg Kraut, Werkleiter des Zementwerkes in Schelklingen.

Für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind Steinbrüche heute ein wichtiger Rückzugsort, denn dort finden sich vom Menschen geschaffene sekundäre Biotope, die in ökologischer Hinsicht auf relativ kleiner Fläche eine große Standortvielfalt aufweisen. Zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten finden hier einen einzigartigen Lebensraum, den sie in unserer heutigen Kulturlandschaft sonst nur noch schwer finden.

Ohne menschlichen Einfluss wachsen diese Bereiche jedoch rasch zu und verlieren damit ihren Wert für solche Arten. Eine Beweidung durch Pflanzenfresser wie z.B. Ziegen, Schafe, Pferde oder Rinder hilft dabei, die Verbuschung zurückzudrängen.

Taurusrind als Rasenmäher

Im Steinbruch Gerhausen/Beiningen der HeidelbergCement AG, nahe Blaubeuren, leben derzeit 27 urtümliche Taurusrinder (eine Auerochsen-Abbild-Züchtung) und 13 Konikpferde. Die frei lebenden Konikpferde und Taurusrinder sollen die Verbuschung im Steinbruch Gerhausen/Beiningen zurückdrängen und damit den halboffenen Landschaftscharakter erhalten, der für die Artenvielfalt auf dem Gelände so wichtig ist. Die Weidetiere sorgen im vielgestaltigen Steinbruchgelände dafür, dass Kleingewässer nicht zuwachsen und Offenlandbiotope erhalten werden. Der parallel laufende Ge­steinsabbau stört die Tiere nicht, da das Gebiet groß genug ist und ausrei­chend Ausweichmöglichkeiten bietet.

Die Urzeit Weide im Steinbruch Gerhausen/Beiningen ist das erste Ganzjahres-Beweidungsprojekt dieser Größenordnung in Baden-Württemberg mit Wildpferden und Wildrindern. Hierfür wurde 2012 als Betreibergesellschaft die Urzeit Weide GbR gegründet. Gesellschafter sind die HeidelbergCement AG und die Blautal-Land-und-Forst GmbH & Co. KG, die gemeinsam das rund 75 Hektar große Gelände für die Beweidung zur Verfügung stellen. Als Kooperationspartner und Berater mit dabei sind außerdem der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE), der NABU Baden-Württemberg sowie der GeoPark Schwäbische Alb. 

Mehr Infos zur Urzeitweide
 

Teil 3: Lebensraum Kuhfladen


In Österreich nennt man Kuhfladen scherzhaft den „Stengellosen Fladia“, weil er auf Weiden teilweise genauso häufig anzutreffen ist, wie alle drum herum blühenden Pflanzen. Als Kuhfladen bezeichnet man die einzelne Darmausscheidung einer Kuh.  Im Steinbruch Gerhausen hat der Kuhdung, wie man die Exkremente der Rinder bezeichnet, jedoch eine ganz spezielle Aufgabe. Dort weiden die Taurusrinder, um die Verbuschung zurückzudrängen und damit den halboffenen Landschaftscharakter zu erhalten. Ein Tier produziert dabei in der Regel bis zu 10 Fladen am Tag. Dieser Kuhdung ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Insekten, die den Fladen, auf Grund der durch Zersetzung entstehenden Wärme, zur Eiablage nutzen. In dem halbflüssigen Substrat entwickeln sich Larven. Und diese wiederum sind wichtige Nahrungsmittel für Fledermäuse und den Wiedehopf, ein Vogel der in Deutschland sehr selten geworden ist. Im Kurzfilm „Lebensraum Kuhfladen“ erklärt unser Biologe Dr. Michael Rademacher die Zusammenhänge und welche Vorteile man sich davon erhofft.

Teil 4: Die Magie des Kalksteins

Vor vielen Millionen Jahren, in der Jurazeit, formte sich ein Großteil des heute in Deutschland abgebauten Kalksteins. Typisch für den Jura waren große Korallen- und Schwammriffe, auf und in denen die verschiedensten Organismen lebten. Auch Lebewesen, die Kalk in ihren Schalen oder Skeletten einlagerten. Damals wie heute waren das hauptsächlich Korallen, Schwämme, Muscheln und Armfüßer sowie zahlreiche Mikroorganismen. Sie beziehen das Kalzium-Karbonat (CaCO3) für ihre harten Skelette und Schalen aus dem Meerwasser. Könnte Kalkstein also reden, würde er uns wohl von großen blauen Meeren, imposanten Korallenriffen und Dinosauriern berichten, denn er entstand bereits vor mehreren Millionen Jahren im Meer aus Lebewesen, die damals lebten.

Jedes Kalksteinvorkommen auf der Welt hat ihren spezifischen Ursprung - Alter und Eigenschaften unterscheiden sich. So kann es sein, dass sich der Kalkstein, trotz der gleichen beteiligten Moleküle, in verschiedenen Farben (Gelb, schwarz, rot) und unterschiedlichen  Beschaffenheiten (hart, weich) zeigt. Es ist eben die Magie des Kalksteins.

Teil 5: Faszination Technik: Vom Kalkstein zum Zement

Der Weg vom Kalkstein zum Zement, er ist mit überdimensionalen Zahlen nur so gepflastert: Können Sie sich vorstellen wieviel Tonnen Gestein bei einer einzigen Sprengung im Kalksteinbruch aus der Wand krachen? Oder wieviel PS nötig sind, um allein nur diese Massen zu den Brecheranlagen zu transportieren?

Wussten Sie, dass fließend heiße Lava kühler ist, als die Höchsttemperatur in einem Drehrohrofen oder wieviel Paletten Zement tagtäglich in einem Werk produziert werden, neben der losen Ware für Silofahrzeuge?

Um das alles zu beantworten, müsste man mit Zahlen nur so um sich schmeißen. Daher sind Filme manchmal eben besser als Texte.

Teil 6: Lebensraum für Amphibien

Für dieses Konzert bekommen Sie keine Karten im Vorverkauf. Kein Konzertveranstalter würde sich da ran trauen. Musikrichtung? Amphibien-Klassik. Veranstaltungsort? Verlassener Steinbruch. Zeit? Abenddämmerung im Frühsommer. Kosten? Unbezahlbar.

Trotzdem ist es ein Schauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Pflanzen, Sträucher, temporäre Gewässer und jede Menge Kalksteinblöcke vor einer Steilwand. Schon beeindruckend, aber wo soll hier ein Konzert stattfinden? Genau hier, in der Abenddämmerung, denn dann verwandelt sich im Frühsommer der ehemalige Steinbruch in ein akustisches Schauspiel der besonderen Art. Der Besucher darf dann denjenigen Tieren lauschen, die man tagsüber nur mit äußerst geübter Spürnase findet und sieht. Um welche Tiere es sich genau handelt und warum sie gerade im Steinbruch dieses Konzert geben, sehen und hören Sie im Film…Amphibien-Klassik im Widerhall der Steinbruchwand.

Teil 7: Lebensraum für seltene Pflanzen


Ehemalige Abbaustätten wie Kalksteinbrüche sind „Kampfzonen der Natur“. Hier schaffen es nur die Spezialisten unter den Pflanzen, von denen es jedoch nicht wenige gibt: Allein im stillgelegten Steinbruch „Lothringen“ in Geseke wachsen 250 Pflanzenarten, 40 davon sind stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste. Darunter sind auch Pflanzen, von denen Laien sagen würden, dass „das Grüne“ doch völlig uninteressant ist und auf jedem Garagendach vorkommt. Doch der Schein trügt. Biologe Manfred Raker von der Naturschutzstiftung Geseke: „Moos-Spezialisten kommen hier nur zentimeterweise voran, weil sie fast am Boden entlang kriechen und alle paar Meter neue Moos-Arten finden.“

Der Biologe hat schon einige Führungen durch den stillgelegten Steinbruch hinter sich und stellt fest: „Fast niemand kann sich dem Natureindruck und dem ästhetischen Eindruck dieser stillgelegten Steinbrüche widersetzen.“

Teil 8: Faszination Technik: „Zementwerker sind wir alle!“

140 Jahre sprechen für Tradition: Das bedeutet bei HeidelbergCement in Deutschland Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit, aber auch Kompetenz, Leistungsfähigkeit und Sympathie. Lässt man Mitarbeiter in den Zementwerken zu Wort kommen, sind diese Werte in jedem Satz zu hören - und zu spüren.

Es ist das Funkeln in den Augen von Elektromeister Hermann Reichle, wenn er davon berichtet, wie sich sein Bereich in 25 Jahren gewandelt hat. Es ist der Stolz, den man spürt, wenn Schlossermeister Maximilian Bloching über sein Aufgabenbereich erzählt. Und es ist die Begeisterung von jungen Auszubildenden, wenn sie schildern, wie sie ihre Zukunft sehen.

Dabei bleibt nicht verborgen, dass die Bodenständigkeit - trotz wirtschaftlichem Erfolg und weltweiter Präsenz - ein wesentlicher Charakterzug der Unternehmenskultur in Deutschland geblieben ist. „Zementwerker ist ein schöner Begriff“, sagt Werkleiter Hans-Georg Kraut, „denn Zementwerker sind wir alle, vom Auszubildenden bis zum Werksleiter.“

Teil 9: Lebensraum Felswand

Steinbrüche sind magische Orte – still, geheimnisvoll und sonnendurchflutet. Jedes Händeklatschen lässt ein trockenes Echo von den Wänden hallen und nur die ganz robusten Pflanzen lugen zwischen den Gesteinsbrocken hervor. Die Felswand ist noch in Bewegung,  jederzeit können Brocken abbrechen und auf die Schutthalde am Fuß der Wand donnern. Faszinierend, dass es dennoch Pflanzen schaffen, genau dort, am Fuße der Felswand, zu wachsen.

Biologe Prof. Dr. Michael Rademacher: „Auf der Schutthalde können nur Pflanzen wachsen, die diesen mechanischen Schaden auch ertragen und diesen steinigen Untergrund mögen. Man denkt zuerst, das ist eine Felswand mit keinerlei Unterschieden. Wenn man aber näher hinschaut, entdeckt man lauter kleine Lebensräume. Es ist eine richtige Kampfzone und gleichzeitig ein schönes Kleinbiotop. Das ist auch für mich faszinierend.“ 

 

Faszination Mensch, Technik, Umwelt

Ob Gelbbauchunke oder magische Felswand, Wilder Mauerpfeffer oder Konik-Pferde, Millionen von Mahlkugeln oder Öfen mit 1.450 Grad Celsius – die Welt von HeidelbergCement ist vielfältig, in jeder Hinsicht. Begleiten Sie uns auf einer Reise in die Welt der Artenvielfalt unserer Steinbrüche, zu den Menschen in den Werken und der beeindruckenden Technik, mit der wir unterschiedlichste Zemente und damit die Basis starken Betons herstellen.

Neun Kurzfilme machen die Welt von HeidelbergCement auf eindrucksvolle Art und Weise erlebbar. Die Menschen, die Technik und nicht zuletzt die Artenvielfalt in unseren Steinbrüchen - spannend, ungewöhnlich, faszinierend.

Erleben Sie diese Faszination unseres Unternehmens mit beeindruckenden Szenen aus zwei Dokumentarfilmen, die Regisseur Dieter Schumann in unseren Werken in Schelklingen und Geseke gedreht hat.